PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft http://prokla.eu/index.php/PROKLA <p>Die PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft ist eine deutsche Peer-Review-Zeitschrift, in der seit 1971 Themen aus den Bereichen der Politischen Ökonomie, der Politik, Sozialgeschichte und Soziologie bearbeitet. Im Zentrum stehen dabei gesellschaftliche Machtverhältnisse, Polarisierungen im internationalen System und das gesellschaftliche Naturverhältnis.</p> Westfälisches Dampfboot de-DE PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 0342-8176 Editorial http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1825 <p>Editorial: Umkämpfte Arbeit – reloaded</p> PROKLA Redaktion Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 176 180 10.32387/prokla.v49i195.1825 Digitale Kontrolle und Vermarktlichung http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1808 <p>Unser Beitrag möchte die Frage danach, wie der unternehmerische Einsatz digitaler Technologien Kontrolle und Autonomie von Beschäftigten verändert, vor dem Hintergrund der von uns 2008 beleuchteten Prinzipien der marktorientierten Produktionsweise neu aufwerfen: &nbsp;Hierzu unterscheiden wir erstens zwischen verschiedenen Nutzungsstrategien digitaler Technik und beleuchten zweitens die Produktivitätspotenziale von Kontrollformen jenseits der (digitalen) Durchsteuerung des Arbeitsprozesses. Diskutieren möchten wir dies – vor dem Hintergrund eines aktuellen Forschungsprojekts – an zwei typischen Anwendungsfeldern der Digitalisierung von Arbeit: einerseits am Beispiel von Datentransparenz und Echtzeit-Fehleranalyse in der Industrie 4.0, andererseits an der Arbeitsform des Crowdsourcings.</p> Wolfgang Menz Sarah Nies Dieter Sauer Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 181 200 10.32387/prokla.v49i195.1808 Umkämpfte Schichtarbeit? http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1807 <p>Schichtarbeit gilt als eine hochbelastende Form der Arbeitszeitgestaltung. Es gibt bestimmte Empfehlungen, wie man Schichtarbeitssysteme ergonomischer gestalten kann. Allerdings scheinen die Mitarbeiter im Schichtbetrieb Widerstand gegen Veränderungen ihres Schichtsystems zu leisten. Der Artikel untersucht die Gründe für dieses Verhalten aus arbeitssoziologischer Sicht.</p> Maren Evers Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 201 218 10.32387/prokla.v49i195.1807 Gender Health Gap http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1820 <p><strong>Karina Becker, Thomas Engel, Lena Grebenstein und Laura Künzel: Gender Health Gap: Gesundheitsbezogene Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Arbeit.&nbsp;</strong>In dieser Arbeit werden die gesundheitsbezogenen Unterschiede von Belastungen und Ressourcen zwischen den Geschlechtern in der Lohnarbeit in Deutschland analysiert. Um das Problem zu kontextualisieren werden aktuelle Diskussionen der Arbeitssoziologie sowie feministischer Theorie nachgezeichnet.&nbsp;Die Datenbasis unserer Analyse stellt die BiBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung dar. Wir gruppieren die Arbeitnehmer*innen in elf Berufsklassen, die sich auf der Basis des von Daniel Oesch entwickelten Schemas anhand von Arbeitslogik und Bildungsniveau ergeben. In der interpersonellen und der technischen Arbeitslogik stellen wir eine Gratifikationskrise fest, von der Frauen besonders stark betroffen sind. Hohe psychische Belastungen stehen hier einer geringen Ausstattung mit ausgleichenden Ressourcen gegenüber. In unserem Fazit diskutieren wir Ursachen und mögliche Lösungsstrategien für diese nachgewiesene gesundheitliche Diskriminierung von Frauen in der Lohnarbeit.</p> Karina Becker Thomas Engel Lena Grebenstein Laura Künzel Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 219 237 10.32387/prokla.v49i195.1820 Das Gespenst der Care-Krise http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1821 <p>In den letzten Jahren diagnostizierten viele Sozialforscher eine schwere Care-Krise sowohl im Bereich der bezahlten als auch der unbezahlten personenbezogenen Dienstleistungen. Care bezieht sich auf die &nbsp;Bereiche Bildung, Gesundheit, Kinderbetreuung, Altenpflege und anderen Bereichen definiert, aber die Grenzen des Sektors bleiben oft unklar. Es wird argumentiert, dass Sorgearbeiten im Allgemeinen unterbewertet, vernachlässigt, feminisiert und sozial marginalisiert werden. Im Gegensatz zu dieser Ansicht argumentieren wir, dass diese Verallgemeinerungen der Bedingungen in bestimmten Teilen der Sorgearbeit nicht überzeugend sind. Wir argumentieren, dass es sinnvoller ist, die Entwicklungen von Fall zu Fall zu analysieren, um die soziale und gesellschaftliche Dynamik der Sorgearbeit zu verstehen. Zu diesem Zweck vergleichen wir zwei exemplarische Fälle: die Entwicklung der Kinder- und Altenpflege in Deutschland in den letzten Jahrzehnten. Sie unterscheiden sich nach dem Niveau der beruflichen Qualifikation, dem Gehalt der Mitarbeiter, den allgemeinen Arbeitsbedingungen und der Qualität der Dienstleistungen. Diese Unterschiede sind auf soziale Bewegungen zurückzuführen, die zu dem Verständnis geführt haben, dass Kinderbetreuung eine Angelegenheit der öffentlichen Verantwortung ist, während die Seniorenbetreuung weitgehend im Bereich der Privatsphäre gefangen blieb. Wir halten Verbesserungen in beiden Bereichen für notwendig, aber wir halten es für wichtig, anzuerkennen, dass sie Errungenschaften, Sackgassen, Nachteile und Widersprüche auf unterschiedliche Weise erlebt haben und nicht allzu leicht unter einer Rubrik zusammengefasst werden sollten.</p> Friederike Maier Dorothea Schmidt Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 239 258 10.32387/prokla.v49i195.1821 Zwischen solidarischem Universalismus und rassistischer Ausgrenzung http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1822 <p>Der Beitrag zeichnet ein differenziertes Bild der betrieblichen Integration von Geflüchteten. Gezeigt wird, dass die Arbeitswelt nicht nur ein „Nährboden des Rechtspopulismus“ ist, sondern dass die alltägliche Zusammenarbeit von Geflüchteten und „etablierten Beschäftigten“ auch zur Entwicklung von Kollegialität beiträgt. Gute Chancen auf eine gelingende betriebliche Sozialintegration bestehen dort, wo Tarifverträge und Betriebsräte dafür sorgen, dass alle Beschäftigen gleiche Rechte haben – allerdings ist dies nicht immer der Fall. Solidarisches Handeln ist deshalb unverzichtbar.</p> Nikolai Huke Werner Schmidt Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 259 276 10.32387/prokla.v49i195.1822 Umkämpfte Arbeit in der Automobil-Industrie http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1823 <p>Der Beitrag setzt sich aus gewerkschaftlicher Perspektive mit der anstehenden Transformation der Automobilindustrie und den zu erwartenden Konflikten rund um Arbeit auseinander. In einem ersten Schritt werden die Besonderheiten der Automobilwirtschaft und die Struktur der Beschäftigung im Automobilcluster Baden-Württemberg dargestellt. Darauf aufbauend erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Strategie der hiesigen Automobilindustrie unter der Fragestellung: „Ist die Industrie ausreichend auf die Zukunft vorbereitet?“. Im dritten Schritt werden unterschiedliche Arenen umkämpfter Arbeit in Verbindung mit betriebs-, branchen- und strukturpolitischen Ansätzen dargestellt sowie der Zusammenhang von Arbeit und Ökologie problematisiert. Der Abschluss bildet ein zusammenfassender Ausblick.</p> Kai Burmeister Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 277 294 10.32387/prokla.v49i195.1823 Weltmarkt, Nationalstaat und ungleiche Entwicklung (Teil 2) http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1824 <p>Internationale Arbeitsteilung und ungleiche Entwicklung sind die Achillesferse jeder emanzipatorischen Politik auf nationaler Ebene und jedes Versuchs internationaler Organisierung der Lohnabhängigen. Es gilt daher, die Ursachen und Formen der Internationalisierung des Kapitals unter strategischen Gesichtspunkten zu untersuchen. Dieser Text setzt sich mit bisherigen marxistischen Versuchen, die Internationalisierung des Kapitals zu begreifen, kritisch auseinander. Im ersten Teil geht es um die marxsche Kritik der politischen Ökonomie, die klassischen Imperialismustheorien sowie die Dependenz- und Weltsystemtheorien. Im zweiten Teil werden die westdeutsche Weltmarktdiskussion und französische Arbeiten zur Internationalisierung des Kapitals aus den 1970er und 1980er Jahren sowie einige neuere Beiträge zur Diskussion über die Globalisierung behandelt.</p> Thomas Sablowski Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 295 321 10.32387/prokla.v49i195.1824 Staat des Kapitals - Klassenbewegung - Alternativen http://prokla.eu/index.php/PROKLA/article/view/1774 <p>Vor einem Jahr verstarb der Politikwissenschaftler Elmar Altvater, dessen Arbeiten sich datm bemühnten, die marxistische Diskussion über die oftmals sterilen Analysen hinaus mit den aktuellen Fragen der Linken und der neu sich bildenden sozialen Bewegungen zu verbinden, den Marxismus zu erneuern, ihn für ökologische Fragen zu öffnen und damit strategisch Umwelt- und Arbeiterbewegung zusammenzubringen, gleichzeitig aber auch dazu beizutragen, dass die ökologische Kritik nicht romantizistisch früheren Stufen der zivilisatorischen Entwicklung nachhing. Die marxsche Theorie betrachtete er als eine Art Bauhütte. Wenn an ihr nicht weitergearbeitet würde, dann wäre sie vom Verfall bedroht. Genau das tat er, er trug zur Fortentwicklung dieser Theorie auf ganz verschiedenen Gebieten bei. Auf engste damit verbunden sind sein streitbares Engagement in Zeitschriften, vor allem der PROKLA. Der Beitrag stellt Altvaters Arbeiten über den Zusammenhang von Staat und Kapitals, Krise und Klassenbewegung und der Frage nach sozialistischen Alternativen in den Mittelpunkt.</p> Alex Demirović Copyright (c) 2019 PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 2019-06-19 2019-06-19 49 195 323 333 10.32387/prokla.v49i195.1774